• Alexander Jürgens

Investieren? Ja, aber bitte nachhaltig!

Nicht nur auf meinem Balkon liegt Nachhaltigkeit total im Trend. Auch im Investitionsbereich ist es aktuell das Thema - am deutlichsten zu erkennen an der vermehrten Nachfrage meiner Kunden. Da Unternehmen durch nachhaltiges Wirtschaften zukunftsfähig sind und somit für nachhaltige Renditen sorgen, ist dieser Trend wenig überraschend.

Allerdings gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was nachhaltiges Investieren genau umfasst und wo die Messlatte angelegt werden soll. Zählen ausschließlich das Brunnenprojekt in Afrika und der Windpark an der Nordsee oder ist es ausreichend, wenn “Umweltsünder” ausgeschlossen werden? Die Antwort hängt stark davon ab, was du als das Ziel deiner Investition definierst.

Rendite und Risiko sind ein untrennbares Paar. Wenn du Geld übrig hast, das du spekulativ anlegen möchtest, kann das Brunnenprojekt die richtige Entscheidung sein. Du leistest einen positiven Beitrag für die Gesellschaft und kannst bei Erfolg mit einer stattlichen Rendite rechnen. Auf der anderen Seite legst du alle Eier in einen Korb, weißt nie, ob das Projekt wirklich zustandekommt und kannst im schlimmsten Fall einen Totalverlust erleiden.

Ist dein Investitionsziel allerdings deine Altersvorsorge, würde ich einen weniger spekulativen Ansatz vorschlagen. Denn auch am Aktienmarkt hat sich in den letzten Jahren einiges getan, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Mittlerweile gibt es, ähnlich der Lebensmittelbranche, Nachhaltigkeitssiegel, die anhand verschiedener Kriterien ihre Produktauswahl treffen. Und neben der Absicherung deiner Altersvorsorge besteht natürlich auch immer die Option dein favorisiertes Nachhaltigkeitsprojekt durch eine Spende zu unterstützen.


Siegel der Nachhaltigkeit


Als Erstes möchte ich dir das ESG-Siegel vorstellen. Es wurde von der UN ins Leben gerufen und verfolgt einen Best-in-Class Ansatz. Für diesen werden alle relevanten Unternehmen aus einer Branche in mehr als 30 Kategorien aus den Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) bewertet und in Reihenfolge gebracht. Nur die besten 25% einer Branche erhalten das Siegel.

Auch wenn bereits 75% aller Unternehmen ausgeschlossen werden, geht einigen das Siegel nicht weit genug, da keine ganze Branchen exkludiert wurden und auch eine Investition in das “grünste” Rüstungsunternehmen vermieden werden soll.


Das SRI-Siegel geht einen Schritt weiter. Es steht für Social Responsible Investment und schließt ganze Branchen aus. Dazu gehören unter anderem folgende Industrien:


  • Waffen

  • Alkohol

  • Tabak

  • Pornografie

  • Glücksspiel

  • Atomkraft

  • Kohlekraft

  • Gentechnik


Zusätzlich zum Ausschluss der Branchen wird beim SRI-Siegel das ESG-Siegel angewandt und Unternehmen ausgeschlossen, die durch Skandale vermehrt in den Medien präsent sind.


Grüne Aktienfonds und ETFs


In einem meiner letzten Blogartikel habe ich den Unterschied zwischen aktivem und passivem Investieren beschrieben. Auch im nachhaltigen Investitionsbereich muss diese Entscheidung getroffen werden. So gibt es im aktiven Bereich eine Vielzahl von Aktienfonds, die zum Beispiel von der Ökobank GLS aufgelegt wurden. Bei diesen Aktienfonds investiert der Fondsmanager dein Kapital und das vieler weiterer Investoren in nachhaltige Unternehmen. Nach welcher Logik er dies macht und wie streng seine Auswahlkriterien sind, kannst du den Informationsmaterialien entnehmen, die die Fondsanbieter auf ihrer Website zur Verfügung stellen. Wie bei allen aktiv gemanagten Produkten solltest du die Kosten gut im Auge behalten, damit deine Rendite nicht unnötig leidet.

Auch im passiven Anlagebereich gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten nachhaltig zu investieren. Dies geschieht über ETFs. Ein ETF ist ein Nachbau eines Börsenindex. Du hast sicher schon vom DAX gehört. Der DAX ist der Deutsche Aktien Index und umfasst die 30 größten Aktiengesellschaften Deutschlands. Das Unternehmen hinter einem ETF nimmt nun das verwaltete Kapital seiner Anleger und investiert es in alle 30 Unternehmen. Der DAX ist aber nur einer von vielen und so gibt es auch nachhaltige Indizes, die die oben erwähnten Nachhaltigkeitssiegel erfüllen und interessierten Investoren zur Verfügung stehen. Im Unterschied zu den aktiven Fonds muss kein Fondsmanager die Auswahl der Unternehmen übernehmen, da diese durch den Index bereits feststehen. Dadurch können die Kosten stark reduziert und trotzdem weltweit gestreut in nachhaltige Unternehmen investiert werden.


Nachhaltiger Konsum & nachhaltiges Investieren


Ein häufiges Argument für nachhaltiges Investieren ist, dass Anleger keine Großkonzerne à la Apple oder Nestlé unterstützen möchten. Dies ist nachvollziehbar, aber dennoch wird dabei häufig vergessen, dass deine täglichen Konsumentscheidungen einen mindestens genauso wichtigen Einfluss wie deine Investitionsentscheidungen haben. Fälschlicherweise wird häufig angenommen, dass beim Kauf einer Aktie das dahinterstehende Unternehmen direkt profitiert. Dies ist nicht ganz korrekt. Die Börse ist ein Marktplatz, an dem du die Anteile von einem anderen Aktionär kaufst, der wiederum seine Anteile zu einem früheren Zeitpunkt ebenfalls an der Börse gekauft hat. Du nimmst somit nur indirekt Einfluss auf das Unternehmen.

An deinen Konsumentscheidungen profitiert das Unternehmen allerdings direkt. Mit dem Kauf eines neuen iPhones, eines Vittel Mineralwassers oder einer Tiefkühlpizza von Wagner steigerst du automatisch den Umsatz und Gewinn der oben erwähnten Konzerne.


Zum Schutz der Natur und der Menschenrechte versuche ich daher, sowohl in meinen Konsum- als auch in meinen Investitionsentscheidungen großen Wert auf Nachhaltigkeit zu legen.


Wenn dich das Thema Vermögensaufbau interessiert und du erfahren möchtest, wie ich dich bei der Umsetzung unterstützen kann, hast du die Möglichkeit auf meiner Kontaktseite ein kostenloses Erstgespräch zu buchen.